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Meine Arbeitsweise

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Meine Arbeitsweise


Im Folgenden will ich in nachvollziebaren Ausführungen auf meine Arbeitsweise eingehen. Bis vor einigen Jahren fotografierte ich mit analogen Mitteln; seit Januar 2003 voll digital.


Ich dachte, durch die Umstellung würde sich einiges ändern. Dies ist aber in geringerem Masse eingetreten,

als ich noch zu analogen Zeiten gedacht hatte.

Wenn ich mich für eine bestimmte Bildidee entschieden habe, überlege ich mir instinktiv, wie bringe ich das so in einem Bild unter, dass ein brillantes, tonwertreiches Foto entsteht.  Das menschliche Auge ist meist auf Ausgleich bedacht und toleriert einen viel grösseren Kontrastumfang als es Film oder Chip je können. Man lässt sich also gerne täuschen.

Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen, gibt es verschiedene Wege.


Auch gilt hier wie immer in der Fotografie: man darf durchaus die vorgespurten Pfade verlassen. In diesem Sinne gibt es eigentlich keine falschen Belichtungen !

Trotzdem:

Ich trachte bei meinen Bildfindungen nach möglichst grossem Tonwertreichtum und dem nötigen Kontrast, um eben die mir genehme lebendige Anmutung im Foto darzustellen.


Homestudio:


In den eigenen 4 Wänden ist es besonders leicht, weiches Licht zu kreieren. Ich benutze dazu zwei bis drei Reflektoren. Wo ich die mobilen Blitze so platziere, dass das indirekte Hauptlicht über den dem Motiv zugewandte Abschirmer von oben schräg herabfällt.

Gegebenenfalls helle ich mit einem zweiten Blitz aus der Kameraachse auf oder setze ein Akzentlicht, das ich mit mehr oder weniger dichten Wabenvorsätzen in seiner Helligkeit und Ausdehnung steuere. Das Hauptlicht enge ich durch Vorsätze vor dem Blitzreflektor ( z.B. Waben mit unterschiedlichen Gittern) ein. Ein weiteres Licht kommt manchmal so zum Zuge, dass es den Hintergrund aufhellt und das Motiv von diesem löst. Es ist indirekt gesetzt und deutlich schwächer als der Hauptblitz. Im Prinzip reichen für ein gutes Bild zwei Leuchten. Das Hauptlicht und der Aufheller. In der Natur scheint auch nur eine Sonne.


Soweit zur Lichtcharakteristik.

Wie erreiche ich nun die korrekte Belichtungsmenge ? Im Zeitalter der Digireflexe ist das einigermassen problemlos. Da ich weiss, dass der Chip überbelichtete Stellen im Bild gnadenlos ausfressen lässt, trachte ich von vornherein danach, dies zu vermeiden. Schatten lassen sich per EBV, wo nötig, sehr einfach aufhellen. Ich verfahre aber trotzdem nach dem Motto: belichte auf die rechte Seite des Histogramm. (expose to the right) Durch die weichen Lichter ist die Gefahr des totalen Absaufens sehr gering.

An der Kamera ist, wie meist, der RAW-Modus eingestellt. Wichtige Parameter lassen sich immer auch hinterher korrigieren. Trotzdem arbeite ich jeweils so genau wie möglich.

In der praktischen Arbeit hat sich die Methode mit dem Testschuss und der sofortigen Kontrolle des Histogramms in der Kamera durchgesetzt. Nicht zuletzt auch, weil sich die Modelle weniger lange gedulden müssen, ehe das Shooting richtig losgehen kann.


Die Lichter sind gesetzt, Bildwirkung und Lichtmenge per Testschuss und Histogrammkontrolle voraussehbar und gebändigt. Es kann losgehen !

Ich lasse das Modell zwischendurch auch immer einen Blickauf den Monitor werfen. Das Einbeziehen in den kreativen Prozess motiviert das Modell besonders und auch die Stimmung während des Shootings wird so meist positiv beeinflusst.

Anstelle der Reflektoren verwende ich heute oft auch durchscheinende Textilien. Dadurch sind Lichtakzente und Aufhellungen sehr subtil steuerbar ! Ein grosser Vorteil der Textilien ist auch deren Flexibilität. Sie sind besser transportierbar als die starren reflektierenden Wände  und lassen sich leicht auf einem Stativ aufziehen.


On Location:


Diesen Begriff verwende ich für alle Aufnahmen, die nicht im Studio entstehen. Also auch für Fotos in Innenräumen (Homeshootings) unter Einbezug des mobilen Blitzlichtes. Dabei ähnelt meine Vorgehensweise aber sehr stark derjenigen von früher  im Studio und braucht deshalb hier nicht explizit besprochen werden. Niemals versuche ich, eine vor Ort herrschende Lichtstimmung zu überblitzen. Ein Bild ist dann gelungen, wenn der Betrachter von den eingesetzten Mitteln nichts oder nur wenig bemerkt.


Aufnahmen in der freien Natur sind immer eine besondere Herausforderung. Hier spielen Jahres- und Tageszeiten eine grosse Rolle. Die Witterung können wir nicht beeinflussen. Nur mit Planung, Ortskenntnis, viel Geduld und/oder Glück kommt man zu gelungenen Fotografien.

Ich bevorzuge für Aktaufnahmen eher graue Tage oder das Arbeiten im offenen Schatten. Bei Farbaufnahmen kann ich hinterher per EBV alle nicht genehmen Nuancen (Farbstiche) eliminieren und auch Konraste und Sättigung in meinem Sinne korrigieren. Leichtes Einölen der Haut verhilft bei dieser "Schattografie" dem Modell zu brillanten Hauttönen im Bild.


Falls trotzdem Shootings im direkten Sonnenlicht geplant sind, verwirklicht man diese besser bei tiefstehendem Licht. Die Farben, Stimmung und die Kontraste sind einfach besser und die Gefahr, dass ausgefressene Bildteile stören, geringer. Meine grossen Reflektoren weisen im inneren ein transparent streuendes Textil auf.

Das weitere Vorgehen geschieht ähnlich der Arbeit im Homestudio. ! Bildausschnitt bestimmen, Testschuss,

sofern nötig, Korrektur, fotografieren. Jedoch: der erste Schuss dient immer dazu, festzustellen, wieviel Raumlicht vorhanden ist und ab wann die Blitze "helfend" einzusetzen sind. In Lost Places setze ich den Blitz meist zur Akzentsteuerung ein. Er soll eventuell fehlendes Sonnenlicht simulieren. Raumlicht plus ein gerichtetes, aber weiches Blitzlicht ergeben die gewünschte Bildwirkung.


Die oben beschriebenen Vorgänge sind nur komplett, wenn die Nachbearbeitung am Computer sich darauf bezieht; sich so eine innere Logik der Aufnahmetechnik ergibt. Wie früher in der analogen Praxis gehören Aufnahme und Dunkelkammerarbeit (EBV) zusammen und müssen aufeinander abgestimmt sein !!!

Ziel ist es immer, den späteren Bildbetrachter im Bild zu führen und ihn das miterleben zu lassen, was wir im Moment der Aufnahme gefühlt haben.


Ich hoffe, mit diesen Zeilen, einen kurzen, aber hilfreichen Einblick in meine Arbeitsweise gegeben zu haben. Ich wünsche nun viel Vergnügen beim praktischen Ausprobieren,

immer gut Licht und viele gelungene Bilder!

Walo Thönen, Caslano ( www.fotowalo.ch )


Januar 2019


Wer sich intensiver mit der Materie beschäftigen will, sei auf mein im Januar 2009

erschienenes  Buch im Becker-Verlag hingewiesen.


Titel: Digital ProLine: Einstieg in die digitale Aktfotografie


ISBN-13: 978-3815826751


Vorschau:


Zur Zeit schreibe ich an einem Leitfaden für die Fotografie von Menschen. Er soll 2019 als eBook (Kindle)und Taschenbuch erscheinen.

© fotowalo 2018 ich besitze für alle gezeigten Bilder und Texte das ©